Die VarLogic Tools im Überblick

Die VarLogic Tools unterstützen den gesamten Arbeitsablauf rund um Regelwerk, Produktstruktur und Maximalstückliste mit Positionsvarianten – vom ersten Entwurf bis zur Übergabe an nachgelagerte Systeme. Die Tools sind aufeinander abgestimmt und können je nach Bedarf einzeln oder in Kombination eingesetzt werden.

VarLogic Matrix Creator

Das Regelwerk für ein konfigurierbares Produkt entsteht nicht in einem Zug – es wächst schrittweise, mit jedem Workshop, jeder Abstimmung, jeder neuen Produktanforderung. Der VarLogic Matrix Creator unterstützt diesen iterativen Prozess: Regelwerke und Maximalstücklisten mit ihren Positionsvarianten werden in übersichtlichen Matrizen erfasst und visualisiert. Wer das Regelwerk erweitert, importiert den bestehenden Stand, ergänzt ihn und erzeugt eine aktualisierte Darstellung – ein geschlossener Kreislauf, der die Daten konsistent hält.

Die zugrundeliegenden Excel-Dateien sind vollständig makrofrei. Keine Sicherheitswarnungen, keine Abhängigkeiten von den VarLogic Tools, keine Einschränkungen bei der internen Weitergabe. Die Daten gehören dem Unternehmen – vollständig und ohne Einschränkung.

Wie diese Excel-Dateien verwaltet werden, legen Sie selbst fest: ob in einem normalen Verzeichnis, in der Unternehmens-Cloud, oder – wie auch andere versionierungswürdige Dateien – in einem PLM-System oder Dokumentenmanagementsystem mit Versionshistorie und Freigabeablauf.
Die VarLogic Tools machen hier keine Vorgaben und erfordern keine eigene Infrastruktur.

VarLogic Validator

Ein Regelwerk kann syntaktisch korrekt und trotzdem logisch widersprüchlich sein. Kritisch dabei: Widersprüche entstehen oft nicht aus einzelnen Regeln, sondern aus dem Zusammenspiel mehrerer – und sind manuell schlicht nicht auffindbar. Die Folgen sind konkret:

Im Vertrieb scheitert jeder Konfigurationsversuch mit einer betroffenen Ausprägung – ohne dass jemand den Grund kennt. In der Entwicklung entstehen technische Lösungen für Varianten, die aufgrund des Regelwerks gar nicht existieren können. Bezahlte Blindleistung.

Widerspruchsfreiheit lässt sich zudem nicht durch Stichproben nachweisen – sie erfordert eine vollständige, systematische Überprüfung. Der VarLogic Validator übernimmt genau das: automatisiert, nicht stichprobenartig. Darüber hinaus prüft er, ob alle relevanten Ausprägungen tatsächlich wählbar sind – und ob für abgeleitete Merkmale in jedem Fall eine Zuweisung erfolgt.

VarLogic BOM Validator

Eine korrekte Maximalstückliste erfüllt drei Anforderungen – und alle drei lassen sich mit wachsender Komplexität nicht mehr manuell prüfen:

Vollständigkeit – Für jeden denkbaren Konfigurationsfall muss eine Positionsvariante vorhanden sein. Fehlt sie, entsteht eine Stückliste mit Lücken.

Widerspruchsfreiheit – Für jeden Konfigurationsfall darf genau eine Positionsvariante zutreffen. Überlappen sich Auswahlbedingungen, ist das Ergebnis undefiniert.

Keine „Nulldreher" – Positionsvarianten, die aufgrund des Regelwerks nie gewählt werden können, binden Entwicklungs- und Lagerressourcen, ohne je verbaut zu werden.

Der VarLogic BOM Validator prüft alle drei Kriterien vollständig und systematisch – immer unter Berücksichtigung des zugehörigen Regelwerks.

Darüber hinaus unterstützt der BOM Validator die aktive Variantenplanung:

  • Alle (unter Berücksichtigung des Regelwerks) möglichen Auslegungsfälle für ausgewählte variantentreibende Merkmale können ermittelt und in eine CSV Datei exportiert werden. 
  • Einbauraten für Positionsvarianten lassen sich auf Basis des Regelwerks und frei definierbarer Planungsszenarien rechnerisch ermitteln – als belastbare Grundlage für Produktionsplanung und Teilebedarfsermittlung. Nicht als Bauchgefühl, sondern als berechenbare Größe. Die Ergebnisse werden als Excel-Report bereitgestellt.

VarLogic Inspector

Bevor ein Regelwerk in den produktiven Einsatz geht – und idealerweise schon während seiner Entstehung – lohnt sich die Frage: Verhält es sich wirklich so, wie wir es beabsichtigt haben?

Der VarLogic Inspector macht das Regelwerk erlebbar: Anwender wählen interaktiv und in beliebiger Reihenfolge die jeweils gewünschte Ausprägung für einzelne Merkmale. Das System berücksichtigt dabei alle geltenden Regeln und zeigt, welche weiteren Ausprägungen noch wählbar sind.
Für nicht (mehr) wählbare Ausprägungen kann der VarLogic Inspector eine Erklärung ausgeben, welche Regeln die Auswahl in der aktuellen Situation verhindern.

Auf Basis einer vollständig oder teilweise definierten Konfiguration lassen sich die zutreffenden Positionsvarianten der Maximalstückliste auf Knopfdruck ermitteln und als Excel-Datei ausgeben.

Das macht den VarLogic Inspector zum idealen Werkzeug für Abstimmungen zwischen Fachbereichen – und zur sinnvollen Ergänzung von Definitions- und Validierungswerkzeugen.
Er ersetzt jedoch keinen Vertriebskonfigurator (CPQ-Lösung) zur Angebotserstellung.

VarLogic Comparator

Regelwerke entwickeln sich weiter – durch neue Produktanforderungen, Marktveränderungen oder Korrekturen. Wer wissen möchte, was sich zwischen zwei Ständen tatsächlich verändert hat, braucht mehr als einen manuellen Vergleich zweier Excel-Dateien.

Der VarLogic Comparator vergleicht zwei Stände eines Regelwerks automatisiert und vollständig – Merkmale, Ausprägungen, Kombinatorikregeln, Produktstruktur und Positionsvarianten der Maximalstückliste inklusive. Das schafft Transparenz über Änderungen und erleichtert die Qualitätssicherung bei der Weiterentwicklung des Regelwerks.

Befähigung der Fachbereiche

In vielen Unternehmen läuft es so: Die Fachexperten in Entwicklung und Produktmanagement kennen die Konfigurierbarkeit ihrer Produkte in- und auswendig. Aber das Regelwerk erstellen Programmierer oder Konfigurator-Spezialisten – nach dem, was ihnen erklärt wurde. Die unvermeidliche Übersetzung kostet Zeit und ist eine permanente Fehlerquelle. Und wo der Input unklar oder lückenhaft ist, füllen auch gut gemeinte Eigeninterpretationen die Lücken – was nicht immer dem entspricht, was die Fachexperten tatsächlich im Sinn hatten.

Die VarLogic Methode dreht das um: Fachexperten definieren das Regelwerk selbst – direkt, ohne IT-Kenntnisse, nach minimaler Tool-spezifischer Schulung. Das ist kein frommer Wunsch, sondern in der Praxis vielfach belegt: Im ersten Workshop definieren Fachexperten bereits Regelwerke ihrer eigenen Produkte – und sehen sofort, ob diese konsistent sind.

Exportieren, konvertieren, weiterverarbeiten

Die VarLogic Tools sind von Anfang an auf Offenheit ausgelegt. Die Merkmale mit ihren Ausprägungen, das gesamte Regelwerk mit allen Kombinatorikregeln, sowie die Produktstruktur und Maximalstückliste mit ihren Positionsvarianten lassen sich in das international standardisierte Format STEP AP 242 (ISO 10303-242) exportieren und aus diesem importieren – eine ISO-Norm, kein proprietäres Format. Mehrere Unternehmen haben auf dieser Grundlage eigene Konverter entwickelt, um Daten an nachgelagerte Systeme wie PLM- oder CPQ-Lösungen weiterzugeben.

Darüber hinaus unterstützen die VarLogic Tools den Export in Formate führender Variantenmanagement-Lösungen. Für Unternehmen, die zu einem späteren Zeitpunkt auf eine Enterprise-Plattform migrieren möchten, lassen sich die erarbeiteten Regelwerke und Maximalstücklisten verlustfrei übernehmen – die Arbeit der frühen Phase geht nicht verloren.

Auch mehrstufige Systeme: Von einem Produkt zum System aus Produkten

In vielen Unternehmen endet die Konfigurierbarkeit nicht bei einem einzelnen Produkt. Oft müssen zwei oder mehr konfigurierbare Produkte zu einem übergeordneten System zusammengestellt werden – mit eigenen Regeln dafür, wie die Komponenten im Zusammenspiel konfiguriert werden können. Man spricht von mehrstufiger Konfiguration.

Ein Industrieventilator, bei dem der Motor als eigenständiges konfigurierbares Unterprodukt modelliert ist. Oder ein Bahnübergang, der aus Schranken, Signalmasten und Lichtsignalen besteht – Komponenten, die mehrfach vorkommen können und sowohl einzeln als auch in ihrem Zusammenwirken zu konfigurieren sind.

Die VarLogic Tools unterstützen auch diese Komplexität – on der Definition mehrstufiger Systeme mit dem VarLogic Matrix Creator bis zur interaktiven Überprüfung des Gesamtverhaltens mit dem VarLogic Inspector.

Wir sprechen nicht nur Deutsch...

Die VarLogic Tools sind mit deutscher und englischer Benutzeroberfläche verfügbar und analog werden die Excel-Dateien in deutscher oder englischer Form erzeugt – geeignet für den Einsatz in internationalen Teams und an Standorten im deutschsprachigen sowie englischsprachigen Umfeld.

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